Zum Inhalt springen

CHRISTUS - Der nicht korrumpierbare Bezugspunkt

Ökumenische Woche zur Barmer Theologischen Erklärung
Ja-Sager u. Nein-Sager, Ulle Hees
Datum:
4. Okt. 2026 - 9. Okt. 2026
Ort:
an versch. Orten, s. Info-Texte

CHRISTUS - DER NICHT KORRUMPIERBARE BEZUGSPUNKT

Ökumenische Woche zur Barmer Theologischen Erklärung von 1934 (Plakat zum Download)

WORUM ES GEHT

Jesus Christus baut und erhält seine Kirche durch sein Wort und Sakrament in der Kraft des Heiligen Geistes bis zu seiner Wiederkunft. 

Das recht sperrige Motto „Der nicht korrumpierbare Bezugspunkt“ ist der Titel der ökumenischen Woche zur Barmer Theologischen Erklärung. In der Präambel der Kirchen- und Lebensordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland ist Jesus Christus als unbestechlicher, nicht korrumpierbarer Mittelpunkt, allem, was in ihr geregelt sein soll, vorangestellt. Barmen ist evangelisch, die Fragen, die Barmen stellt, sind katholisch (allgemein). Etwa 30 Jahre nach der Barmer Theologischen Erklärung in 1934 wird in Lumen gentium des 2. Vatikanischen Konzils (Nov. 1964) ebenfalls die Frage bedacht, wie sich die Kirche in einer grundlegend veränderten Welt zu verhalten hat, was sie zu bezeugen hat und was ihr nicht korrumpierbarer Bezugspunkt ist. 

 

Die Barmer Theologische Erklärung 2026 | GOTTESDIENST zur ERÖFFNUNG

Sonntag, 4. Oktober 2026 | 10:00 Uhr | Evangelische Kirche Oberbantenberg

Ein Gottesdienst eröffnet die Ökumenische Woche zur Barmer Theologischen Erklärung. In Liturgie und Predigt setzen wir uns mit der Frage nach dem Evangelium vor dem Hintergrund der Barmer Theologischen Erklärung in 2026 auseinander. Der Gottesdienst vereint mehrere Höhepunkte in sich. Einer davon wird die Übergabe einer Faksimile-Ausgabe der Barmer Theologischen Erklärung sein, die alle teilnehmenden Gemeinden der BTE-Woche erhalten. 

Gottesdienstgestaltung: Predigt Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Liturgie Silke Molnár Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbantenberg-Bielstein, Musik Dr. A. Sirrenberg, Kreiskantorin

Termin: Sonntag, 4. Oktober 2026 | 10.00 - 11:15 Uhr, anschl. Begegnung und kl. Imbis

Ort: Kirche Oberbantenberg, Kirche | Zum Köppchen 2, 51674 Wiehl-Bielstein

Veranstalter: DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg 

Anmeldung: nicht erforderlich

 

Die Kirche muss die Kirche bleiben.

Wem folgt die Kirche eigentlich? Den Erwartungen der Gesellschaft? Den politischen Strömungen ihrer Zeit? Oder dem Zeitgeist, der täglich neue Wahrheiten hervorbringt?

Als die Barmer Theologische Erklärung 1934 entstand, die im Wesentlichen von Karl Barth verfasst wurde, stand genau diese Frage im Raum. Inmitten des Drucks im Nationalsozialismus widersprachen mutige Christinnen und Christen dem Versuch, Kirche und Glauben für politische Zwecke zu vereinnahmen. Ihr Bekenntnis war ebenso einfach wie radikal: Die Kirche gehört nicht dem Staat, keiner Ideologie und keinem Führer, sondern allein Jesus Christus.

Zum Auftakt der BTE-Woche führt der renommierte Karl Barth-Forscher, Prof. Dr. Georg Plasger, in Entstehung, Anliegen und Sprengkraft dieses bis heute wegweisenden Textes ein. Im Mittelpunkt steht die erste von sechs Thesen der Barmer Theologischen Erklärung. Sie widerspricht entschieden dem Anspruch anderer Mächte, Weltanschauungen oder Autoritäten, die letzte Orientierung für Leben und Glauben oder gar Kirche zu sein.

Gerade in einer Zeit, in der politische Lager, Identitäten und Ideologien um Deutungshoheit ringen, stellt die erste Barmer These eine unbequeme Frage: Worauf vertrauen wir eigentlich? Und was geschieht, wenn Kirche ihre Orientierung nicht mehr von Christus, sondern von den Lautesten ihrer Zeit bezieht?

Referent: Prof. Dr. Georg Plasger, Ev. Theologie, Universität Siegen

Termin: Montag, 5. Oktober 2026 | 18:30-20:45 Uhr

Ort: St. Bonifatius, Kirche | Florastr. 5, 51674 Wiehl-Bielstein

Veranstalter: DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg 

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Anmeldung: nicht erforderlich

 

Kons & Firms meet Barmen II: Wem glaube ich eigentlich? Jugendliche zeigen, was sie bewegt.

Der Dienstag gehört den Jugendlichen. Zwischen 16.30 Uhr und 18.30 Uhr bauen Jugendliche eine Vernissage, zu der dann ab 18.30 Uhr die Öffentlichkeit eingeladen ist. Bilder und Perspektiven junger Menschen zeigen die Aktualität der Barmer Theologischen Erklärung anhand der 2. These: 

„Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.“ „Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

Vernissage

Termin: Dienstag, 6. Oktober 2026 | 18:30 - ca. 19:30 Uhr

Ort: GemeindeCentrum Hackenberg| Breslauer Str. 20a, 51702 Bergneustadt

Veranstalter: DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg in Kooperation mit der Evangelischen Impulsgemeinde Lieberhausen-Bergneustadt

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Anmeldung: nicht erforderlich

 

Wem gehört die Kirche?

1934 stellte die Bekennende Kirche eine unbequeme Frage: Wem gehört die Kirche eigentlich? Dem Führer? Dem Staat? Einer politischen Bewegung? Oder allein Jesus Christus?

Die dritte These der Barmer Theologischen Erklärung antwortet klar und widerspricht jeder Vereinnahmung der Kirche durch Macht, Ideologie oder gesellschaftliche Mehrheiten. Sie erinnert daran: Die Kirche kann nur dann glaubwürdig sein, wenn sie sich nicht zum Sprachrohr fremder Interessen machen lässt.

Fast 100 Jahre später ist die Frage aktueller denn je. Wie politisch darf Kirche sein? Muss sie Haltung zeigen oder Neutralität wahren? Wo endet gesellschaftliche Verantwortung und wo beginnt die Gefahr der Anpassung?

Ein Abend über Mut zur Unabhängigkeit, die Freiheit des Glaubens und die Frage, was Kirche heute Orientierung geben kann.

Die Barmer Theologische Erklärung neu gelesen: unbequem, aktuell und überraschend nah an den Konflikten unserer Gegenwart.

Referent:  Dr. Annalena Schwarz, Ev. Theologie, Universität Siegen

Termin: Mittwoch, 7.Oktober 2026 | 18:30-20:45 Uhr

Ort: Ratssaal | Lüdenscheider Straße 48, 51688 Wipperfürth (Gebäude des Alten Seminars)

Veranstalter: DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg 

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Anmeldung: nicht erforderlich

 

Bibel oder Künstliche Intelligenz 

Die Barmer Theologische Erklärung und die Frage nach Wahrheit oder Wahrscheinlichkeit

Künstliche Intelligenz schreibt Texte, beantwortet Fragen und liefert scheinbar objektive Wahrheiten. Doch was, wenn ihre Antworten gar nicht auf Wahrheit beruhen, sondern lediglich auf Wahrscheinlichkeit?

Während Millionen Menschen täglich den Urteilen von Algorithmen vertrauen, wächst zugleich die Macht weniger Technologieunternehmen, die bestimmen, was wir sehen, lesen und glauben. Wer entscheidet künftig über Wahrheit: Menschen, Maschinen oder die sozialen Medien?

Der Berliner Sozialethiker Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl nimmt eine der drängendsten Fragen unserer Zeit in den Blick. Aus theologischer und ethischer Perspektive fragt er nach den Chancen und Gefahren Künstlicher Intelligenz, nach den Grenzen technischer Macht und nach der Verantwortung des Menschen in einer digitalisierten Welt.

Ausgangspunkt ist eine ebenso provokante wie aktuelle Mahnung von Papst Leo XIV.: „Die KI entwaffnen!“ Gemeint ist nicht die Technik selbst, sondern die Versuchung menschlicher Hybris, die glaubt, alles berechnen, kontrollieren und beherrschen zu können. Wo endet hilfreiche Technologie und wo beginnt eine neue Form von Macht über Denken, Urteil und Freiheit?

Ein Abend über Wahrheit und Täuschung, Verantwortung und Kontrolle, Glauben und Technologie. Und über die Frage, wie der Mensch Mensch bleiben kann, wenn Maschinen immer „intelligenter“ werden.

Referent: Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin

Termin: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18:30 bis 20:45 Uhr

Ort: Ev. Kirche, Gustav-Adolf-Str. 14, 51674 Wiehl-Bielstin

Veranstalter: DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg 

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Anmeldung: nicht erforderlich

 

Politische Macht muss begrenzt sein. 

„Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden.“ Mit dieser klaren Absage an jeden Machtanspruch des Staates formulierte die Barmer Theologische Erklärung 1934 einen der wichtigsten protestantischen Beiträge zur Verteidigung von Freiheit und Menschenwürde gegen die nationalsozialistische Diktatur.

Sind solche Bekenntnisse heute noch aktuell, leben wir doch in einer ganz und gar anderen Zeit? Wann wird politische Loyalität zur Ideologie? Wo verschwimmen die Grenzen zwischen legitimer staatlicher Ordnung und dem Anspruch, Denken, Sprache und gesellschaftliches Leben umfassend zu bestimmen? Und wie reagieren Christinnen und Christen, wenn politische Lager für sich beanspruchen, allein die Wahrheit zu vertreten?

Die 5. These der Barmer Theologischen Erklärung fordert dazu heraus, weder einem autoritären Staat noch populistischen Heilsversprechen zu folgen. Sie erinnert daran, dass politische Macht begrenzt bleiben muss und der Mensch niemals vollständig für ideologische, nationale oder weltanschauliche Zwecke vereinnahmt werden darf. Ein genuiner Betrag von Christinnen und Christen auch in unserer heutigen Gesellschaft.

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion sind alle eingeladen, an einem ökumenischen Impuls teilzunehmen, mit dem die Woche zur Barmer Theologischen Erklärung ausklingt.

Referent: Prof. Dr. Georg Plasger, Ev. Theologie, Universität Siegen

Termin: Freitag, 9. Oktober 2026, 18:30 bis 20:45 Uhr

Ort: St. Bonifatius, Kirche | Florastr. 5, 51674 Wiehl-Bielstein

Veranstalter: DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg 

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Anmeldung: nicht erforderlich

 

Weitere Infos und Kontakt:
Dr. Bernhard Wunder 02202 9363967 | info@bildungswerk-oberberg.de 
Pfr.in Silke Molnár 02262 3424 | oberbantenberg@ekir.de